Gesunde Kochkunst bietet Manuela Markowski In ihrem Kochstudio in Harle.

Schon am Eingang ihrer Küche riecht es nach Milchreis
„Das ist mein Lieblingsrezept“, erklärt Manuela Markowski. „Ich mache indischen Milchreis.“ Mit einem Schmunzeln empfängt sie den überraschten Besucher: „Ich mache ihn aus Basmatireis, bei dem die Stärke abgewaschen wird, mit viel Sahne, Milch und Rosinen. Hinzu kommt gemahlener Ingwer und Kardamon. Dadurch komme ich ganz ohne Zucker aus.“
In ihrem Kochstudio ist bereits alles vorbereitet für die nächste Gruppe. Vor dem Fenster steht ein gemütlicher Holztisch mit sechs Ledersesseln, der bereits für das Essen dekoriert ist. Daneben ein großes Regal mit Gewürzdosen in Bio Qulität.
„In Nordhessen bin ich der Liebe wegen“, erzählt Manuela zum Einstieg unseres Gesprächs. Die 59jährige Kochlehrerin stammt aus Sassenberg im Münsterland. Auch ihr Ehemann ist ein Zugereister aus dem Ruhrgebiet. In seinem Haus hat sie ihr Kochstudio eingerichtet.
Ayurveda statt Fertigpizza von Dr. Oetker
Neugierig frage ich sie, warum sie sich auf Ayurveda-Kochkurse spezialisiert hat. „Meine erste Kocherfahrung war ziemlich schnöde. Mit meiner Freundin habe ich eine Fertigpizza von Dr. Oetker in den Ofen geschoben.“
Sie macht eine kurze Pause: „Ich bin ein Gemeinschaftsmensch und liebe es mit anderen Menschen zu essen. Doch meine Liebe zum Kochen kam erst später. Durch meine Ausbildung zur Ayurveda-Gesundheitsberaterin habe ich die indische und ayurvedische Küche kennengelernt.“
Manuela Markowski schaltet ihren Herd ein und füllt selbst gemachtes Ghee aus geklärter Butter in die Pfanne: „Seit 20 Jahren biete ich mittlerweile Kochkurse an. Zuerst nur im Münsterland, doch jetzt der Liebe wegen auch im Schwalm-Eder-Kreis und in Kassel.“
Sie bereitet die Zutaten für ein Chutney vor. „Der Vorteil beim ayurvedischen Essen: Es wird ganz individuell auf den Menschen angepasst. Ich frage immer: Was tut dem Körper gut, was schadet ihm? Einer verträgt Bananen, der andere nicht. Mir ist es wichtig, genau hinzuschauen, was dem Körper guttut und die Gesundheit fördert.“

Wenn sich der erste Geruch sanft entfaltet
Wer Manuela am Herd beobachtet, merkt sehr schnell, wie leidenschaftlich gerne sie kocht. „Ich genieße es, wenn sich in meiner Pfanne der erste Geruch sanft entfaltet.“ Diese Begeisterung spüren auch die Kursteilnehmer, wenn sie ihre Freunde am Kochen und am Essen weitergibt.
„Ich liebe es zu lehren und auch mein Gesundheits-Wissen weiterzugeben“, erklärt sie selbstbewusst. „Aber wer nur indisch kochen und essen will, der ist genauso herzlich willkommen.
Während ich ihre Arbeitsweise registriere, merke ich, dass Manuelas Art zu kochen der Gegentrend zum Thermomix ist, bei dem durch einen Computer alles vorgegeben ist. Die Köchin lacht: „Das ist sicher eine tolle Maschine, aber mir fehlt die Seele beim Kochen, das Riechen, wenn ich die Gewürze anröste, das sanfte Rühren im Topf.“
Stolz erzählt sie mir, dass sie seit Corona auch Online Kochen via Zoom anbietet: „Die Teilnehmer sehen meine Hände bei der Arbeit und über die zweite Kamera direkt in den Kochtopf. Sie können zuhause selbst mitmachen und die Rezepte direkt umsetzen.“
Zurück in die eigentliche Natur
Wir sprechen zwischendurch über ihre Lieblingsautorin Elisabeth George: „Ihre Krimis mag ich sehr gerne, aber auch deutsche Krimis von Andreas Gruber und Nina Ohlandt.“
Doch schnell sind wir wieder zurück bei ihrer Leidenschaft fürs Essen und den 50 ayurvedischen Kochbüchern, die sie mittlerweile gesammelt hat. „Hast du schon mal von den drei Dosha gehört?“ fragt sie mich und erzählt von der Natur eines jeden Menschen, die bei Ayurveda eine zentrale Rolle spielt.
„Wenn jemand zu mir kommt, beobachte ich seine unveränderlichen Körpermerkmale. Ich finde es sehr spannend, wie ist der Mensch von Natur aus ist und wie er heute vor mir steht. Schnell merke ich ob einer sehr aktiven Person die Lebensfreude fehlt.“
In ihrer Gesundheitsberatung versucht sie die Unterschiede zu erkennen und zeigt konkrete Möglichkeiten auf, um zurück die eigentliche Natur zu kommen. „Wenn jemand ständig friert, überlege ich mir, wie kann ich Wärme in mein Leben bringen. Meine Beratung gibt alltagstaugliche Ideen, um ganzheitlich gesund zu leben.“

Zum ersten Mal Störche sehen
Zum Schluss unseres Gespräches erzählt Manuela Markowski, wie sie Touristen nach Nordhessen locken will: „Ich habe in der Region so viele Menschen kennengelernt, die sehr aufgeschlossen sind. Für Urlauber, die ihren Urlaub für sich selber nutzen möchten, biete ich Ayurveda Tage an. Es gibt wunderschöne Ferienwohnungen in meiner Nähe, die ich gerne vermittle.
Sie erzählt mir von ihrer Lieblingsstrecke von Gesungen nach Harle: „Ich liebe die sanfte Hügel, den Wechsel der Jahreszeiten. Als ich zum ersten Mal die Störche gesehen habe, bin ich ausgeflippt. Aus dem Münsterland kenne ich nur Kornfelder, aber so viele Felder mit Rot- und Weißkohl wie hier habe ich noch nicht gesehen.“
Der Nachschub für Manuelas Kochtopf ist durch die regionalen Bauernhöfe auf jeden Fall gesichert.
Text: Rainer Wälde
Weitere Infos
Harler Kochstudio
Küllbergsweg 6
34590 Wabern